Die Physiker Komödie
von Friedrich Dürrenmatt

Premiere: März 2006
Aula des Freiherr-vom-Stein-Schulzentrums, Rösrath

Zum Stück

Im Nervensanatorium von Fräulein Dr. von Zahnd ist ein Mord geschehen. Patient Ernesti, ein Physiker, der sich für Albert Einstein hält, hat eine Krankenschwester umgebracht. Kriminalinspektor Voß ermittelt in dem Fall, der auffällige Parallelen zu einem Mord aufweist, der drei Monate zuvor an gleicher Stelle geschah. Damalsermordete der Patient Beutler, auch Physiker und sich als Newton ausgebend, ebenfalls seine Pflegerin. Der dritte Patient, ein Physiker namens Möbius, glaubt seine Erkenntnisse über die Natur von König Salomo zu empfangen, der ihm erscheint und ihm „das System aller möglichen Erfindungen" offenbart hat. Der Besuch seiner ehemaligen Frau nebst Kindern und neuem Ehemann endet desaströs: Möbius jagt sie davon. Er will mit seinem Wissen im Schutz des Irrenhauses allein bleiben. Er ekelt sich vor der bürgerlichen Schein-Idylle der Welt außerhalb seines Verstecks. Deshalb passt es überhaupt nicht in seine Pläne, dass Schwester Monika ihn offenbar durchschaut und ihm ihre Liebe gesteht. Aber um wen es sich bei „Einstein" und „Newton" wirklich handelt, weiß er zunächst auch nicht...

Zum Autor

Friedrich Dürrenmatt, geboren am 05. Januar 1921 in Konolfingen/Bern, gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern und Erzählern nach dem Zweiten Weltkrieg. Er betätigte sich ebenfalls als Grafiker und Maler. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der Richter und sein Henker", "Der Verdacht", "Grieche sucht Griechin", "Ein Engel kommt nach Babylon", "Der Besuch der alten Dame", "Romulus der Große", "Die Physiker" und "Die Ehe des Herrn Mississippi". Er starb am 14. Dezember 1990 in Neuenburg. Wie bei dem anderen großen Schweizer Autor - Max Frisch - liegen die Wurzeln seiner Theaterform in der Auseinandersetzung mit dem Theater Bertolt Brechts. Jedoch im Unterschied zu Brecht sieht Dürrenmatt das Theater nicht als Möglichkeit, die Welt zu verändern. Für ihn sind Komödien Ausdruck einer Möglichkeit, sich dieser chaotischen Welt auszusetzen, diese auszuhalten. Allerdings verzichtet er nicht darauf, sich in seinen Werken auf satirische Weise mit Strömungen und - teils existentiellen - Problemen von Welt und Gesellschaft auseinanderzusetzen. Seine hauptsächlichen theatralischen Stilmittel sind dabei das Groteske und das Paradoxe. Weil die Wirklichkeit der Welt in Dürrenmatts Sicht vom Paradoxen gekennzeichnet ist.